Isar Bild

Isar – der Fluss in Bayerns Hauptstadt München

Die Isar entspringt in einer Höhe von 1.750 m im Karwendelgebirge, nordöstlich von Innsbruck( Österreich) und verläuft westlich und dann nördlich und mündet am Scharnitzpass in Deutschland. Der Fluss fließt dort durch eine tiefe Schlucht, die von den alten Römern, die sie Porta Claudia nannten, genutzt wurde.

Eine Eisenbahnlinie und eine Straße durchziehen heute die Schlucht. Wieder nach Osten und Norden drehend, tritt die Isar in der bayerischen Tiefebene hervor, um in nordöstlicher Richtung durch München zu fließen; schließlich mündet sie stromabwärts von Regensburg in die Donau. Ein Großteil des Flusses, der 295 km lang ist, ist schnell und zu flach für die Schifffahrt. Die wichtigsten Zuflüsse der Isar sind die Loisach, die Würm und die Amper.

Projekt Isarherzen

Das Projekt Isarherzen ist ein Mitmach-Projekt für jeden aus dem Jahr 2018. Dabei sammelte man herzförmige Steine entlang der Isar und gab diese an Sammelstellen ab. Am Ende des Sommers wurden die Steine von Geologen begutachtet und danach versteigert. Die Erlöse gingen an den Umweltschutz der Isar, um gemeinsam den Fluss Münchens zu erhalten. Es ist ein Projekt von Eva Dahme.

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Die Geschichte der Isar

Für die Münchner war die unberechenbare Isar lange Zeit vor allem eines: eine Bedrohung. Jahrhundert wurde der Fluss deshalb durch Kanäle, Wehre und Dämme „gezähmt“.
Ab den 1980er Jahren begann sich die Wahrnehmung der Isar zu verändern. Mit ihren Betonstützen war sie kaum noch attraktiv. Deshalb wurden im Isarplan 2000-2011 umfangreiche Anstrengungen unternommen, Teile des Flusses innerhalb der Stadtgrenzen zu renaturieren.

Ziele waren die Verbesserung des Hochwasserschutzes, die Schaffung einer naturnahen Flusslandschaft und die Steigerung der Freizeit- und Erholungsqualität. Das Hochwasser 2013, von dem weite Teile Bayerns betroffen waren, bewies, dass diese Renaturierungsmaßnahmen erfolgreich waren. München blieb von den Auswirkungen des Hochwassers weitgehend verschont. Durch die Modernisierung der rund 70 Kilometer südlich der Stadt gelegenen Sylvenstein-Staumauer und des Sylvenstein-Stausees konnte München ebenfalls vor den Schäden geschützt werden.

Heute ist die neu geschaffene Flusslandschaft für viele von Nutzen. Mensch und Tier fühlen sich von der natürlichen Schönheit der Flusslandschaft angezogen: Menschen gehen an die Isar, um sich vom Alltagsstress zu erholen, und Vögel, Fische und unzählige Mikroorganismen leben dort.

Doch gleichzeitig ist dieses vermeintliche Naturideal durch die intensive Nutzung der Isar als Erholungsgebiet gefährdet und damit der Lebensraum vieler Arten bedroht.

Die Geschichte Münchens wäre ohne die Einbeziehung der Isar nicht zu erzählen. Seit der Stadtgründung im Jahr 1158 spielt der Fluss eine wichtige Rolle. Lange Zeit stellte die Isar für Salzhändler ein unüberwindliches Hindernis auf dem Weg von den Alpen nach Nordeuropa dar. Mit dem Bau einer Überführung in der Nähe der heutigen Isarbrücke gelang es Herzog Heinrich dem Löwen, Herzog von Bayern, den lukrativen Salzhandel nach München umzuleiten. Die Einnahmen aus dem Brückenzoll legten den Grundstein für den Wohlstand Münchens.

Als wichtige Wasserstraße war die Isar ein entscheidender Motor für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Holz, Steine und Kalk wurden über die Isar nach München gebracht, um den Bauboom in der Gründerzeit zu versorgen. Um 1870, vor dem Ausbau des Eisenbahnnetzes, der den Niedergang der Flößerei zur Folge hatte, verfügte München über den größten Flößerhafen Europas.

Die Isar diente nicht nur als Transport- und Handelsweg, sondern durch den Antrieb von Wasserrädern auch als wichtige Energiequelle. Noch heute wird der Fluss zur Erzeugung erneuerbarer Energie genutzt.

Freizeit an und in der Isar

Die Münchner sind Sportfans. Die Isar passt perfekt zu uns. Es gibt angeblich Bürger, die morgens zur Arbeit schwimmen. Eine der beliebtesten Joggingstrecken führt stadtauswärts, immer am Fluss entlang bis zur Thalkirchner Brücke am Zoo, und wieder zurück, vorbei am Flaucher Biergarten auf der anderen Seite. Wer für einen Marathon trainiert, kann die Strecke leicht um Kilometer bis zur Großhesseloher Brücke verlängern. An den Geländern der Brücke hängen die obligatorischen Liebessymbole in Form von Schlüsseln, unten fahren die Flöße mit Blasmusik an der Isar vorbei.

Im Sommer liegen jeden Tag viele Leute an der Isar und genießen die Sonne. Zur Abkühlung schwimmen sie danach gerne in der Isar. Oftmals sieht man auch Leute auf Schwimmmatten und Reifen, die sich einfach von der Isar treiben lassen. Auch Hunde kommen auf ihre Kosten. Entlang der Isar lassen viele Menschen ihre Hunde laufen und diese springen auch gerne mal ins kalte Nass des Flusses.

Die Isar ist vor allem im Sommer der Lebensmittelpunkt Münchens und für viele ein Treffpunkt um sich den ganzen Tag über mit Freunden zu treffen. Wenn ihr also in München seid, müsst ihr unbedingt einen Spaziergang entlang der Isar machen.